Peter Brandt erzählt in seiner Autobiografie ein Leben, das die politische Geschichte der Bundesrepublik seit den 1960er-Jahren von innen heraus spiegelt. Als ältester Sohn Willy Brandts ging er früh eigene Wege: Freundschaft mit Rudi Dutschke, Gerichtsverfahren wegen Demonstrationsdelikten, trotzkistische Positionen – der Abstand zum Vater war deutlich, die Verbindung aber nie unterbrochen. Aus dem Protestler wurde ein Historiker und Professor für deutsche und europäische Geschichte, der als Gutachter im Hohenzollernstreit hervorgetreten ist und sich als Publizist für Friedensinitiativen engagierte – unbeirrt einem demokratischen Reformsozialismus verpflichtet, dessen Positionen zu Volk, Staat und Nation auch auf der Linken nicht unumstritten sind.