Jürgen Wiebickes „Sieben Heringe" aus dem Jahr 2021 setzt sich mit dem Schweigen einer Generation auseinander, die den Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Am Beispiel seiner eigenen Mutter nähert sich der Autor dem Phänomen der sogenannten Kriegskinder, die ihre Erlebnisse und Traumata häufig ein Leben lang nicht in Worte fassen konnten. Das Buch thematisiert die Begegnung mit dieser Stille kurz vor dem Tod der Mutter, wenn das Sprechen über das Vergangene plötzlich doch noch möglich oder notwendig wird. Die vorliegende Ausgabe ist eine ungekürzte Autorenlesung, bei der Wiebicke seinen Text selbst vorträgt.